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Ein Syllogismus, bei dem eine Prämisse (oder manchmal die Konklusion) unausgesprochen bleibt und vom Leser ergänzt werden muss.
Ein Enthymem ist ein klassisches rhetorisches Argument, das wie ein Syllogismus strukturiert ist, bei dem jedoch eine Prämisse verborgen (unterdrückt) bleibt. Aristoteles nannte es in der Rhetorik „den Körper des Beweises". Um ein Enthymem zu bewerten, muss der Leser die fehlende Prämisse identifizieren und prüfen, ob das vervollständigte Argument gültig ist.
Ausgedrückt: P1, ∴ K. Rekonstruiert: P1, (P2 implizit), ∴ K
- „Sokrates ist sterblich, weil er ein Mensch ist" — verborgene Prämisse: alle Menschen sind sterblich
- „Sie muss einen Schlüssel haben — die Tür ist offen" — verborgene Prämisse: nur Schlüsselträger öffnen sie
- „Diese Münze ist unfair, also sollten wir sie testen"
So erkennen Sie es
- Nur eine Prämisse wird neben der Konklusion genannt
- Das Argument wirkt andeutend statt formal vollständig
- Signalwörter: „weil", „also", „daher" mit nur einer Stützung
Häufige Fehler
- Das Enthymem akzeptieren, ohne die fehlende Prämisse zu rekonstruieren
- Eine Prämisse liefern, die das Argument trivial gültig macht (Zirkelschluss)
- Jedes kurze Argument als Enthymem behandeln